Seit letzter Woche sind achtundvierzig der Namen der Korczakkinder an der Fassade unserer renovierten Schule zu bewundern. Yes!!!
Auch Stefania Wilcynska hat prominent einen Platz gefunden.
Von den zweihundert Kindern, die 1942 im Waisenhaus im Ghetto lebten, haben wir einhundertzwei Namen ermitteln können. Das war der Beginn unserer Reise, die wir in diesem Blog mal mehr mal weniger intensiv dokumentieren.
In einem ersten Entwurf sollten alle einhundertzwei Namen auf dem Giebel mit dem Baum und dem Schriftzug „Janusz Korczak“ Platz finden.
Das Ergebnis hat uns ästhetisch nicht überzeugt. Zu dicht, zu viel Informationen.
Die anschließende Fassade konnte einige zusätzliche Namen aufnehmen, aber das Ergebnis war immer noch eine Fassade voller Namen – ohne eine Verbindung zueineinander.
Wir standen uns selbst im Weg: Unser Wunsch, alle Namen anzubringen, ließ uns immer kompliziertere Lösungen suchen.
Wir haben uns dann erlaubt, eine Auswahl zu treffen, die stellvertretend für alle zweihundert Waisenkinder steht, die 1942 noch im Waisenhaus lebten.
Nach der langen Zeit des Wartens auf die Fertigstellung der Fassade und die Diskussionen um den richtigen Entwurf, ging es dann im August ganz schnell:
Die Bauleitung mietete eine Hebebühne und unser Künstler Boogie und sein Kollege Christopher brachten die Namen in fünf Tagen an die Wand. Es war nicht einfach, in der Sommerhitze auf der Bühne zu arbeiten und die Schablonen genau nach Plan anzubringen. Am Ende waren sie so eingespielt, dass noch mehr Namen hätten angebracht werden können. Wir lassen es aber bei den achtundvierzig.
Die ersten Gespräche mit Neugierigen gab es schon bei der Entstehung der Graffiti: Sind das Absolventen der Schule? Aus welchem Land kommen die Namen? Wieso gibt es keinen Gerd oder Günther an der Wand? Auch eigene Recherchen zu den Namen gab es im Anschluss.
Für uns ist das ein Zeichen: Wir haben vieles reichtig gemacht mit unserer Idee, Interesse und Austausch zu wecken.
Das nächste Projekt wird deshalb ein Text, der die Geschichte der Namen an der Fassade erklärt. Gemeinsam mit unseren Schülern wollen wir die richtigen Worte finden und eine Tafel am Eingang zum Schulgelände anbringen, damit noch mehr Menschen die Geschichte Korczas und seiner Waisenkinder kennen lernen.
Im Frühjahr 2025 möchten wir gerne eine große Einweihungsparty schmeißen:
Für das Schulgebäude, die Namen an der Fassade, die Kacheln mit den Namen in der Schule und für uns selbst als Schulgemeinschaft.









